Planungs- und Konstruktionshinweise

Einsatzbereich

Die Dampfbrems- und Luftdichtungsbahn pro clima DB+ kann als innere Begrenzung der Wärmedämmung eingesetzt werden:

  • in Dach, Wand, Decke und Boden,
  • bei der Sanierung von aussen:
    wannenförmige Verlegung im Sparrengefach,
  • bei Wohn- und Gewerbebauten mit nicht dauerhaft erhöhter Raumluftfeuchte,
  • bei Wohngebäuden oder Gebäuden mit wohnähnlicher Nutzung in allen Räumen wie Wohn- und Schlafräume, Küchen und Bädern,
  • in aussen diffusionsoffenen sowie aussen diffusionsdichten Konstruktionen sowie
  • bei hohen Anforderungen an die Raumluftqualität

Faserförmige Dämmstoffe verwenden

Damit die feuchtevariablen Eigenschaften der DB+ wirken können, muss Feuchtigkeit zur Dampfbremse wandern können. Diffusionsoffene, faserförmige Wärmedämmstoffe wie Zellulose, Flachs, Hanf, Holzfaser, Stein- oder Mineralwolle usw. gewährleisten dies und sind daher empfehlenswert.
Das Gewicht des Dämmstoffs muss über geeignete Innenbekleidungen oder Querlattungen im Abstand von max. 65 cm abgetragen werden. Sind bei der Verwendung von matten- und plattenförmigen Dämmstoffen z. B. durch Dämmstoffgewicht planmässige Zugbelastungen auf die Klebebandverbindungen zu erwarten, soll zusätzlich auf der Überlappungsverklebung eine Stützlatte angeordnet werden.

Bei aussen diffudionsdichten Konstruktionen Vollholzschalungen verwenden

Bei aussen diffusionsdichten Konstruktionen dürfen unterhalb der Dachabdichtung keine Holzwerkstoffplatten (z. B. OSB- oder Mehrschichtplatten) eingesetzt werden. Die Verwendung von Vollholzschalungen ist möglich. Bei Schalungen aus Holzwerkstoffplatten ist das System INTELLO zu verwenden.
Bei der Sanierung von aussen ist das System INTESANA zu verwenden.

Diffusionsoffene Innenbekleidung verwenden

Um das volle Bauschadens-Freiheits-Potenzial von feuchtevariablen Dampfbremsen auszuschöpfen, sollten sich raumseitig der Dampfbremse diffusionsoffene Bekleidungen, z. B. Gipsplatten oder Profilbrettschalungen, befinden. Diffusionshemmende Schichten wie z. B. OSB- oder Holzmehrschichtplatten behindern die sommerliche Rücktrocknung.

Luftdichtungsebene schützen

Die Luftdichtungs- und Dampfbremsebene ist eine der wichtigsten Funktionsebenen von wärmegedämmten Konstruktionen. Ihr sollte in jedem Fall ein besonderer Schutz vor schädlichen Einflüssen, wie UV-Strahlung, mechanischen Belastungen zugutekommen. Für Konstruktionen auf welche die beschriebenen Belastungen einwirken können, sollten Bahnen mit doppeltem Schutzvlies, z. B. pro clima INTESANA, verwendet werden.

Der korrekte Bauablauf

Der korrekte Bauablauf hat das Ziel zu einem mangelfreien Endergebnis eines Projektes zu führen. Daher ist der Bauablauf von den jeweiligen inneren (z. B. Art der Konstruktion) und äusseren (z. B. Zeitpunkt der Ausführung) Rahmenbedingungen und der vorangegangen Planung abhängig. Grundsätzlich ist gemäss den allgemein anerkannten Regeln der Technik darauf zu achten, dass die verwendeten Materialien vor einer unzuträglichen Feuchteerhöhung geschützt werden. Wird die DB+ zwei Wochen nach dem Verputzen der angrenzenden Wände an den Putz angeschlossen, ist darauf zu achten, dass keine Baufeuchte in der Dämmebene eingeschlossen wird.
Alternativ kann der Einbau auch vor dem Putzen ausgeführt werden, falls dann im weiteren Bauablauf Feuchtigkeit durch die verwendeten Materialien in das Gebäude eingebracht wird, ist diese Feuchtigkeit gezielt wieder abzuführen.
Erhöhter Feuchtigkeitseintrag durch Luftströmung in gedämmte oder noch zu dämmende Gefache und damit verbundene Tauwasserbildung ist zu vermeiden. Es empfiehlt sich die Dampfbrems- und Luftdichtungsebene unmittelbar nach dem Einbau von matten- oder plattenförmigen Dämmungen fertig zu stellen. Einblasdämmungen sind unmittelbar nach der luftdichten Verklebung der Bahn einzubringen. Ggf. ist Zug um Zug zu arbeiten, dies gilt besonders bei Arbeiten im Winter. Erhöhte relative Luftfeuchtigkeit ist zügig und konsequent abzulüften, unter anderem auch zur Vermeidung von Neubauschimmel.

Erhöhte Raumluftfeuchtigkeit

Der dynamische Diffusionswiderstand der DB+ wurde so eingestellt, dass auch bei höheren, zeitlich begrenzten Raumluftfeuchtigkeiten eine sichere, dampfbremsende Wirkung gegeben ist. Diese können z. B. in Neubauten baubedingt oder durch kurzfristig erhöhte rel. Luftfeuchtigkeiten in Bädern oder Küchen entstehen.
Unabhängig von der Art der verwendeten Dampfbremse ist grundsätzlich baubedingte Feuchtigkeit zügig durch Fensterlüftung aus dem Bauwerk abzuführen damit sich eine normale Feuchtelast einstellen kann. Im Winter können Bautrockner die Trocknung beschleunigen. Dadurch werden dauerhaft hohe relative Luftfeuchtigkeiten (LF) und damit verbundenes Schimmelrisiko vermieden.

Bauphase: Hydrosafe-Wert (70/1,5-Regel)

Um Konstruktionen auch bei baubedingt erhöhter relativer Luftfeuchtigkeit vor Durchfeuchtung zu schützen, sollte eine Dampfbremse einen Hydrosafe-Wert von 1,5 m aufweisen.
Der Hydrosafe-Wert gibt an, wie dicht eine feuchtevariable Dampfbremse bei einer mittleren Feuchte von 70 % noch ist. 70 % mittlere Feuchte liegt z. B. an bei 90 % Raumluftfeuchte und 50 % Gefachfeuchte - anzutreffen beim Verlegen des Estrichs oder Verputzen der Wände. Die Forderung nach sd > 1,5 m und < 2,5 m stammt aus der DIN 68800-2 und ist in der 70/1,5-Regel näher beschrieben. DB+ erfüllt diese Anforderungen sicher.

Qualitätssicherung

Für die Bauschadensfreiheit der Wärmedämmkonstruktion ist die Luftdichtheit entscheidend. pro clima empfiehlt die zeitnahe Überprüfung der Dichtheit der Luftdichtungsebene und die Leckageortung bzw. -beseitigung z. B. mit einem pro clima WINCON oder einer BLOWER DOOR vor dem Anbringen der raumseitigen Bekleidung.

Bei der Sanierung von aussen:
Anders als bei der Bahnenverlegung von innen ist die Qualitätskontrolle mit dem Differenzdruckverfahren (z. B. mit dem pro clima WINCON) bei der Bahnenverlegung von aussen nur bei Überdruck möglich. Dazu muss das Gebäudeinnere zusätzlich mit einer Nebelmaschine vernebelt werden. Auf der Aussenseite können dann die Details hinsichtlich der Luftdichtheit überprüft werden.
Die Bahnen sind zuvor ausreichend mechanisch zu sichern. Verklebungen und Anschlüsse sind daher mit besonderer Sorgfalt auszuführen.
Die detaillierte konstruktive Planung, insbesondere der Anschlüsse an Traufen und Giebel, sowie deren Ausführung sind bei der Dachsanierung von aussen besonders wichtig.

Nachweis der Dauerhaftigkeit / Zulassung nach DIN 68800-2

Die europäische Normung für Dampfbremsen (DIN EN 13984) kennt aktuell kein Nachweisverfahren zur Überprüfung des Verlaufs und der Dauerhaftigkeit von feuchtevariablen Eigenschaften. Dementsprechend können nach der EN nur Dampfbremsen mit konstanten Diffusionswiderständen überprüft werden. Aus diesem Grund wurde die Alterungsbeständigkeit der Feuchtevariabilität der DB+ nach einem durch einen unabhängigen Sachverständigenausschuss des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) festgelegten Verfahren nachgewiesen. Dabei wurde die Dampfbremsbahn im Vergleich zur DIN EN 13984 unter deutlich verschärften Beanspruchungen (erhöhte Temperatur und verdoppelter Alterungszeitraum) beschleunigt gealtert. Bei der Auswertung wurden zudem die zulässigen Abweichungen der gealterten von den ungealterten Diffusionswiderständen gegenüber der europäischen Norm deutlich verschärft.
Damit verfügt die DB+ unter der Zulassungsnummer Z-9.1-852 über die nach DIN 68000-2 für Dampfbremsen mit feuchtevariablem Diffusionswiderstand geforderte Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt).

Hinweis

Bei Fragen zu Planung und Konstruktion kontaktieren Sie bitte die pro clima Technik-Hotline.



Technik-Hotline
Hotline technique