Planungs- und Konstruktionshinweise

Der Unterschied von regensicheren zu wasserdichten Unterdächern

Unterdächer werden als eigenständige Dichtungsschicht unter der eigentlichen Dachdeckung eingesetzt.
Sie kommen als Zusatzmassnahme zur Ausführung, um bei Unterschreitung der Regeldachneigung entweder die Regensicherheit oder sogar die Wasserdichtheit einer eingedeckten Dachkonstruktion sicherzustellen.
Unterdächer liegen auf einer ausreichend tragfähigen Unterlage auf, z. B. einer Schalung aus Massivholz oder Holzwerkstoffplatten.
Anforderungen und Fachregeln an Unterdächer werden vom Zentralverband des deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) herausgegeben.
Regensichere bzw. wasserdichte Unterdächer sind erforderlich, wenn die Regeldachneigung der Dacheindeckung über 8° bis 12° unterschritten wird.
Das regensichere Unterdach (Klasse 2) wird ausgeführt, wenn maximal eine weitere erhöhte Anforderung vorliegt. Bei weiteren erhöhten Anforderungen ist ein wasserdichtes Unterdach (Klasse 1) notwendig.
Grundsätzliches Unterscheidungsmerkmal von regensicheren zu wasserdichten Unterdächern ist die Anordnung der Konterlatte.
Bei regensicheren Unterdächern werden Konterlatten oberhalb der regensicheren Unterdeckung eingebaut, s. Abb. 1.
Eingedrungenes Niederschlagswasser muss auch im Bereich der Konterlattung sicher abgeführt werden.
Im SOLITEX WELDANO System erfolgt das durch den Einbau des Nageldichtbandes TESCON NAIDECK mono unterhalb der Konterlatte.

Abb. 1: Regensicheres Unterdach: Konterlatte mit Nageldichtband auf Abdichtungsbahn (CH: Standardausführung bei ausserordentlicher Beanspruchung)

Bei wasserdichten Unterdächern wird die Konterlatte in die Abdichtung mit eingebunden, z. B. indem die Unterdachbahn aus der Fläche über die Konterlatte geführt wird.
Hinsichtlich der Ausführung ist es aber oft einfacher, zunächst die Bahn flächig auf der Schalung zu verlegen, anschliessend die Konterlatten zu befestigen und diese dann mit einem Abdichtungsstreifen SOLITEX WELDANO-S einzuschweissen, s. Abb. 2.
Wichtig: Konterlatten müssen trocken und oberseitig gefast (≥ 3 mm) verbaut werden. Am Besten kammergetrocknete Latten verwenden.
Durchdringungen sollten bei wasserdichten Unterdächern auf die notwendige Anzahl reduziert werden.
Ihr Anschluss muss dann den Richtlinien entsprechend hoch über die Unterdachbahn geführt und am durchdringenden Bauteil wasserdicht verklebt oder verschweisst werden.
Bei wasserdichten Unterdächern sind Öffnungen im Firstbereich nicht zulässig.
Beim regensicheren Unterdach hingegen können Öffnungen im Firstbereich durch eine entsprechende konstruktive Ausbildung ausgeführt werden.
Mit dem SOLITEX WELDANO System können sowohl regensichere als auch wasserdichte Unterdächer sicher und praxisgerecht ausgeführt werden.

Abb. 2: Wasserdichtes Unterdach: Konterlatte in die Abdichtungsebene eingebunden (CH: Mögliche Zusatzmassnahme)

Einteilung der Bahnen in die Klassen nach ZVDH-Merkblatt

Bezeichnung gemäss ZVDH Konterlatteneinbindung Naht- und Stossausbildung Klasse
Regensicheres Unterdach Unter der Konterlatte flächig verlegt und mit Nageldichtband TESCON NAIDECK abgedichtet Homogen verschweisst mit System-Quellschweissmittel WELDANO TURGA oder Heissluftgerät 2
Wasserdichtes Unterdach Über die Konterlatte geführt oder mit SOLITEX WELDANO-S überdeckt und eingeschweisst Homogen verschweisst mit System-Quellschweissmittel WELDANO TURGA oder Heissluftgerät 1

Hinweis

Bei Fragen zu Planung und Konstruktion kontaktieren Sie bitte die pro clima Technik-Hotline.