Planungshinweise

Um das bestmögli­che Bau­scha­dens­frei­heits­po­ten­zi­al von IN­TEL­LO und IN­TEL­LO PLUS aus­zuschöpfen, be­ach­ten Sie bei der Pla­nung und Rea­li­sie­rung der Dampf­brems- und Luft­dich­tungs­ebe­ne bit­te fol­gen­de Punk­te.

 

Faserförmige Dämmstoffe verwenden

Das ho­he Bau­scha­dens­frei­heits­po­ten­zi­al von feuch­te­va­ria­blen Dampf­brem­sen wird op­ti­mal mit dif­fu­si­ons­of­fe­nen, fa­serförmi­gen Wärmedämm­stof­fen er­reicht, da für die Aus­trock­nung im som­mer­li­chen Kli­ma die Feuch­tig­keit zur Dampf­brem­se hin wan­dern können muss. Ide­al sind fa­serförmi­ge Wärmedämm­stof­fe wie Zel­lu­lo­se, Flachs, Hanf, Holz­fa­ser, Stein- oder Mi­ne­ral­wol­le etc..

 

Einsatz auch bei dichten Unterdächern

IN­TEL­LO kann zu­sam­men mit al­len gängi­gen Unterdächern ein­ge­setzt wer­den, un­abhängig von de­ren Dif­fu­si­ons­wi­der­stand.
Im Ein­zel­fall müssen Kon­struk­tio­nen hin­sicht­lich des Feuch­te­schut­zes den An­for­de­run­gen der Nach­weis­frei­heit der je­wei­li­gen Norm ent­spre­chen oder mit ei­nem ge­eig­ne­ten Be­rech­nungs­ver­fah­ren (z. B. Ver­fah­ren nach Gla­ser oder in­sta­ti­onäre Be­rech­nungs­ver­fah­ren) be­mes­sen wer­den.

 

Richtige Innenbekleidung verwenden

Um das vol­le Bau­scha­dens­frei­heits­po­ten­zi­al von feuch­te­va­ria­blen Dampf­brem­sen aus­zuschöpfen, soll­ten sich raum­sei­tig der Dampf­brem­se dif­fu­si­ons­of­fe­ne Be­klei­dun­gen, z. B. Gips­plat­ten oder Pro­fil­brett­scha­lun­gen, be­fin­den. Dif­fu­si­ons­hem­men­de Schich­ten wie z. B. OSB- oder Holz­mehr­schicht­plat­ten be­hin­dern die som­mer­li­che Rück­trock­nung.

 

Luftdichtungsebene schützen

Die Luft­dich­tungs- und Dampf­brem­sebe­ne ist ei­ne der wich­tigs­ten Funk­ti­ons­ebe­nen von wärme­gedämm­ten Kon­struk­tio­nen. Ihr soll­te in je­dem Fall ein be­son­de­rer Schutz vor schädli­chen Ein­flüssen, wie UV-Strah­lung, me­cha­ni­schen Be­las­tun­gen zugu­tekom­men. Für Kon­struk­tio­nen auf wel­che die be­schrie­be­nen Be­las­tun­gen ein­wir­ken können, soll­ten Bah­nen mit dop­pel­tem Schutzv­lies, z. B. pro cli­ma IN­TE­SA­NA, ver­wen­det wer­den.

 

Der korrekte Bauablauf

Der kor­rek­te Bau­a­b­lauf hat das Ziel zu ei­nem man­gel­frei­en End­er­geb­nis ei­nes Pro­jek­tes zu führen. Da­her ist der Bau­a­b­lauf von den je­wei­li­gen in­ne­ren (z. B. Art der Kon­struk­ti­on) und äus­se­ren (z. B. Zeit­punkt der Ausführung) Rah­men­be­din­gun­gen und der vor­an­ge­gan­gen Pla­nung abhängig. Grundsätz­lich ist gemäss den all­ge­mein an­er­kann­ten Re­geln der Tech­nik dar­auf zu ach­ten, dass die ver­wen­de­ten Ma­te­ria­li­en vor ei­ner un­zu­trägli­chen Feuch­teerhöhung geschützt wer­den.
Wird IN­TEL­LO zwei Wo­chen nach dem Ver­put­zen der an­gren­zen­den Wände an den Putz an­ge­schlos­sen, ist dar­auf zu ach­ten, dass kei­ne Bau­feuch­te in der Dämme­be­ne ein­ge­schlos­sen wird. Al­ter­na­tiv kann der Ein­bau auch vor dem Put­zen aus­geführt wer­den, falls dann im wei­te­ren Bau­a­b­lauf Feuch­tig­keit durch die ver­wen­de­ten Ma­te­ria­li­en in das Gebäude ein­ge­bracht wird, ist die­se Feuch­tig­keit ge­zielt wie­der ab­zuführen.
Erhöhter Feuch­tig­keit­sein­trag durch Luft­strömung in gedämm­te oder noch zu dämmen­de Ge­fa­che und da­mit ver­bun­de­ne Tau­was­ser­bil­dung ist zu ver­mei­den. Es emp­fiehlt sich die Dampf­brems- und Luft­dich­tungs­ebe­ne un­mit­tel­bar nach dem Ein­bau von mat­ten- oder plat­tenförmi­gen Dämmun­gen fer­tig zu ­stel­len.

Ein­blasdämmun­gen sind un­mit­tel­bar nach der luft­dich­ten Ver­kle­bung der Bahn ein­zu­brin­gen. Ggf. ist Zug um Zug zu ar­bei­ten, dies gilt be­son­ders bei Ar­bei­ten im Win­ter. Erhöhte re­la­ti­ve Luft­feuch­tig­keit ist zügig und kon­se­quent ab­zulüften, un­ter an­de­rem auch zur Ver­mei­dung von Neu­bau­schim­mel.

 

Erhöhte Raumluftfeuchtigkeit

Der dy­na­mi­sche Dif­fu­si­ons­wi­der­stand von IN­TEL­LO wur­de so ein­ge­stellt, dass auch bei höher­en, zeit­lich be­grenz­ten Raum­luft­feuch­tig­kei­ten ei­ne si­che­re, dampf­brem­sen­de Wir­kung ge­ge­ben ist. Die­se können z. B. in Neu­bau­ten bau­be­dingt oder durch kurz­fris­tig erhöhte rel. Luft­feuch­tig­kei­ten in Bädern oder Küchen ent­ste­hen.
Un­abhängig von der Art der ver­wen­de­ten Dampf­brem­se ist grundsätz­lich bau­be­ding­te Feuch­tig­keit zügig durch Fens­terlüftung aus dem Bau­werk ab­zuführen da­mit sich ei­ne nor­ma­le Feuch­te­last ein­stel­len kann. Im Win­ter können Bau­trock­ner die Trock­nung be­schleu­ni­gen. Da­durch wer­den dau­er­haft ho­he re­la­ti­ve Luft­feuch­tig­kei­ten (LF) und da­mit ver­bun­de­nes Schim­mel­ri­si­ko ver­mie­den.

Hydrosafe-Wert (70/1,5 -Regel)

Bauphase: Hydrosafe-Wert (70/1,5 -Regel)

Um Konstruktionen auch bei baubedingt erhöhter relativer Luftfeuchtigkeit vor Durchfeuchtung zu schützen, sollte eine Dampfbremse einen Hydrosafe-Wert von 1,5 m aufweisen.

Der Hydrosafe-Wert gibt an, wie dicht eine feuchtevariable Dampfbremse bei einer mittleren Feuchte von 70% noch ist. 70% mittlere Feuchte liegt z. B. an bei 90% Raumluftfeuchte und 50% Gefachfeuchte - anzutreffen beim Verlegen des Estrichs oder Verputzen der Wände.

Die Forderung nach sd > 1,5 m und < 2,5 m stammt aus der DIN 68800-2 und ist in der 70/1,5-Regel näher beschrieben.

INTELLO und INTELLO PLUS liegen bei 70 % rel. Luft­feuch­tig­keit mit ei­nem sd-Wert von ca. 2 m si­cher über den An­for­de­run­gen.

 

Qualitätssicherung

Für die Bau­scha­dens­frei­heit der Wärmedämm­kon­struk­ti­on ist die Luft­dicht­heit ent­schei­dend. pro cli­ma emp­fiehlt die Über­prüfung der Dicht­heit der Luft­dich­tungs­ebe­ne und die Lecka­ge­or­tung bzw. -be­sei­ti­gung z. B. mit ei­nem pro cli­ma WIN­CON oder ei­ner BLOWER DOOR­vor dem An­brin­gen der raum­sei­ti­gen Be­klei­dung.

Ü-Zeichen INTELLO

Zulassung

Die aktuelle DIN 68800-2 fordert in den »Konstruktionsprinzipien für Aussenbauteile, bei denen die Bedingungen der Gebrauchsklasse 0 erfüllt sind« (siehe DIN 68800-2, Abschnitt 7) einen bauaufsichtlichen Verwendbarkeitsnachweis für feuchtevariable diffusionhemmende Schichten, die raumseitig eingesetzt werden.
Die pro clima INTELLO und INTELLO PLUS verfügen unter der Zulassungsnummer Z-9.1-853 über die erforderliche Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) - sie darf damit sowohl in Konstruktionen eingesetzt werden, die auf der Aussenseite diffusionsoffen sind, als auch in Bauteilen, die aussen diffusionsdichte Bauteilschichten aufweisen, wie z. B. Metalleindeckungen oder Abdichtungsbahnen auf Schalungen. Die Bauteile können damit - wie vorgeschrieben - ohne weiteren chemischen Holzschutz realisiert werden. Zusätzlich wird durch die durchgeführten beschleunigten Alterungsprüfungen die Dauerhaftigkeit der Feuchtevariabilität unabhängig bestätigt.

 

Hinweis

Bei Fra­gen zu Pla­nung und Kon­struk­ti­on kon­tak­tie­ren Sie bit­te die pro cli­ma Tech­nik-Hot­li­ne.

Tel. 052 588 00 79
E-Mail technik@proclima.ch
français:
Tél. 022 518 18 98
E-Mail technique@proclima.ch